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Fehlende Ausbildung kann zu Fake News führen

Mittelschule Salzachtal verfolgt Online-Vortrag bei Schülermedientagen
 
Die Schülermedientage finden bereits seit einigen Jahren als Kooperation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit mit regionalen und überregionalen Medienhäusern statt. Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler Bayerns mit Medienexperten ins Gespräch zu bringen und die wichtige Arbeit des Journalismus, faktenbasiert zu berichten, zu beleuchten. Die Mittelschule Salzachtal nahm in diesem Zusammenhang an einem interessanten Online-Vortrag teil.
Die Schüler freuten sich schon richtig auf den Schülermedientag. Hatten sie doch vorab im Unterricht bereits einiges vorbereitet, wie unter anderem die Recherche zu den Begriffen Influencer*in und Journalist*in. Auch hatten sie Fragen an die Veranstalter des Online-Vortrags „Was ist der Unterschied zwischen Influencer*in und Journalist*in?“ eingereicht, an dem sie teilnehmen durften. Nach einer kurzen Begrüßung ging es gleich los und die Moderatorin stellte die Fragen der virtuellen Teilnehmer an Lara Thiede, die Redaktionsleiterin von „jetzt“ der Süddeutschen Zeitung. Begeistert verfolgten die Schüler der Klasse 8a gleich die ersten beiden Fragen, da diese Fragen aus ihrer Klasse kamen. Die erste Frage, ob Social Media ein Hobby oder ein Job für Lara Thiede sei, konnte nicht eindeutig beantwortet werden, da diese beides in beiden Bereichen nutze.  
Auf die zweite Frage der Klasse 8a, woher ein/e Journalist*in wisse, ob die eigene Arbeit von der Öffentlichkeit gemocht wird, vergleichbar zu „Likes“ bei Influencer*innen, konnte Thiede antworten, dass Leserbriefe eine gute Rückmeldung seien, die eigene Arbeit zu beurteilen. Aber natürlich gebe es auch sehr viele Rückmeldungen über Social Media oder den „Traffic“ auf der Homepage. Auch die Dauer, die ein Leser auf der Seite bleibt, um den Artikel zu lesen, sei ein gutes Mittel, um die Arbeit zu beurteilen.  
In dem Vortrag wurde zudem sehr viel über das Spannungsverhältnis zwischen Journalisten und Influencern gesprochen, da bei Influencern keine Ausbildung hinter dem Beruf stehe und auch keine wirkliche Kontrolle der Arbeit stattfände, so Thiede. Ein Journalist*in müsse sich an den Pressekodex halten und werde vom Presserat kontrolliert, der auch eine Rüge aussprechen und eine Richtigstellung von Falschmeldungen erzwingen könne. Influencer seien jedoch nur ihrem eigenen Gewissen und den „Community Guidelines“ (den Gemeinschaftsrichtlinien der jeweiligen Plattform) verpflichtet.  
Die meist fehlende Ausbildung bei den Influencer*innen habe auch Auswirkungen auf Beiträge, die sich nicht nur auf die eigene Person bezögen, sondern auch eine politische Dimension hätten, da nicht gelernt worden sei, wie man richtig recherchiert. So könne es zu Fake News kommen, erklärte Thiede weiter.
Insgesamt meinte die Journalistin, verschiede Plattformen auch grob einteilen zu können, was den Grad an Hassmeldungen und einer eher friedlichen Community betreffe. Facebook, Twitter und YouTube seien ihrer Meinung nach die Plattformen, über die der meiste Hass verbreitet werde. Wohingegen Instagram eher friedlich ablaufe. Bei TikTok komme es wiederum darauf an, was die Nutzer angeben und anschauen, da der Algorithmus entscheidend sei, was letztendlich angezeigt wird.  
Eine Manipulation der jeweiligen Zielgruppe machte Thiede nicht nur bei den Influencern aus, wobei diese in dem Bereich schwerwiegender sein könne. Gerade junge Menschen nähmen sich das Gesehene sehr zu Herzen. Und wenn man beispielsweise selbst nicht absolut fit sei, sich aber nur Beiträge von Fitness-Influencern ansehe, könne das eigene Selbstwertgefühl stark leiden. Thiedes Tipp: „Sucht euch Content, der euch gut tut!“

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